Der Wetterbericht hat Regen angesagt, sogar Gewitter. Aber als ich aufwache und das Gewitter eigentlich toben sollte, ist der Himmel nur bedeckt. Während der ersten paar Kilometer bekomme ich immer mal wieder ein paar Tropfen ab und frage mich: Wie entscheidet sich das Wetter?
Natürlich kommt wieder eine Schotterstraße. Da kann ich die gleiche Beobachtung machen wie gestern. Es gibt eine sehr lange Waldpassage, wo die Bäume oberhalb des Weges geschlossen sind. Der Weg ist plötzlich sehr gut. Kaum hört das Blätterdach auf, wird der Weg wieder mürbe.
Die Berge Dänemarks sind ihre Schotterwege.
Ich finde die Veränderungen, wenn man von Dänemark nach Deutschland über die Grenze kommt, immer irritierend.
Der Verkehr wird plötzlich dichter, lauter. Im ersten Dorf Süderlüdum tobt der Verkehr. Ich wusste plötzlich gar nicht mehr, wie man über eine befahrene Straße kommt.
Genau ab der Grenze, der Radweg wird schmäler, er wird holprig, er geht auf und ab entlang der Straße, obwohl man in Dänemark in der Gegend genau dieselben Bedingungen hat. Dort holpert es nicht, und man hat Straßenniveau.
Nach Süderlüdum fahre ich einen gemeinsamen Rad- und Fußweg, der ja auch im FGSV-Netz enthalten ist. Dieser bricht plötzlich ab und ich muss auf der Landstraße weiterfahren, aber ich bin immer noch im selben Ast des FGSV-Radnetzes. Wo liegt da die Logik? Es gibt Kriterien, die aber nicht konsequent durchgesetzt werden.
Und die Menge der Wurzelaufbrechung auf diesem Radweg. Es ist einfach schlimm.
In Leck gehe ich für den Campingplatznachmittag Zeitung kaufen. Da ich die Onleihe nutze, weiß ich nicht, seit wie viel Jahren ich keine Zeitung mehr gekauft habe. Ich staune nicht schlecht, dass ich für „Die Zeit“, Spiegel und Süddeutsche Zeitung 20 € bezahle.
Der Campingplatz ist für meine Erfahrung ungewöhnlich, denn es ist ein automatisierter Campingplatz. Man checkt sich an einem Terminal ein. Es gibt keine Rezeption, aber das Ganze ist ganz angenehm.
Später gehe ich dann noch einkaufen. Das tue ich bei Aldi Nord. Mein Geldbeutel entspannt sich emotional sehr stark, aber Aldi Nord scheint im Gegensatz zu Aldi Süd keine Papiertüten zu haben.
Ich schaue nach, ob ich für heute eine Fahrradverbindung bekommen würde. Gestern war kein einziger Fahrradplatz frei.
Heute purzeln mir die Fahrradplätze beinah entgegen, aber zu Preisen, die erschreckend hoch sind. Meistens steht eine Zwei davor und ich müsste erste Klasse fahren.