Der erste Tag stellt sich schon, bevor ich losfahre, als purer Stress heraus. Gestern hatte es in Frankfurt 39° gehabt, heute hat es wieder 39°, wenn nicht sogar 40°. Eigentlich hatte ich die Idee, ich fahre mit dem Zug nach Hamburg, fahre dann mit dem Zug Richtung Fährhafen, steige aber früher aus und gönne mir 30 bis 40 km in Schleswig-Holstein. Gestern meinte dann der Wetterbericht, sogar an der Küste in Schleswig-Holstein wären es 36°, was meine Pläne, die letzten 40 km zu fahren, als doch verzichtbar erscheinen lässt.
Aber als ich am Morgen das Handy aufmache, hat der Zug nach Hamburg schon eine Stunde Verspätung. Meine Sorge ist, dass die Züge, auch wenn es dann später Nachmittag ist, nach Lübeck vielleicht so voll sind, dass ich nicht mitkomme und ich auch noch die Fähre umbuchen muss. Ich überlege mir schon, ob ich nicht die Hitzekulanz der Bahn nutzen sollte und ein oder zwei Tage später fahren soll, aber auch wenn ich gewisse Umbuchungsrechte hätte, die Züge nach Hamburg sind voll, ich müsste plötzlich um einiges mehr für die Tickets zahlen. Und der Fahrradplatz.
Während ich im Park sitze, weil es kühler ist als in meiner Wohnung, verspätet sich der Zug immer mehr. Die Zugverbindung wird aufgehoben und ich bekomme sogar eine Fahrradreservierung für einen Zug, der zeitgleich fahren würde mit dem Zug, der Verspätung hat.
Ich überlege die ganze Zeit, ob ich diesen Zug nehmen soll oder den anderen. Entscheide mich dann doch für meinen eigentlichen Zug, von dem ich erstmal begeistert bin, weil die Haken der SSB sind super. Einfach einhängen, kein Hochheben, kein Stress, man sitzt sehr nahe an seinem Fahrrad, man hat alles unter Kontrolle.
Irgendwo in Niedersachsen streikt dann ein Stellwerk. Eine Dreiviertelstunde vor Hamburg wird verkündet, dass wir nicht zum Hamburger Hauptbahnhof fahren, sondern nur nach Harburg.
In Harburg angekommen, suche ich das Gleis 11, was die Bahn-App angibt. Bis mir endlich jemand erklärt, dass ich zur S-Bahn müsste. Also die Treppe runter. In der S-Bahn sind die Gleise dann auch nicht ausgeschildert, ich bin etwas ratlos.
Eigentlich muss ich den Zug erwischen, mit dem ich auf den letzten Drücker die Fähre erwische. Aber ich bin einige Minuten zu spät. In Hamburg Hauptbahnhof angekommen, steht aber sogar der Zug noch da, sodass ich dann eine halbe Stunde vor Check-in-Ende da bin. Eigentlich hatte ich so viel Puffer, dass ich 40 oder 50 km mit dem Rad hätte fahren können.