Was mir auffällt ist, dass bisher an jedem Bushäuschen Fahrradständer angebracht waren. Vielleicht sind das aber die Fahrradständer, die bei uns an S-Bahn-Stationen und Bahnhöfen rumstehen, weil einen Zug gibt es hier gerade nicht.
Es fällt auch auf, dass es einerseits sehr ähnlich bisher wie in Schweden ist, aber die Häuser sind nicht mehr rot, sondern haben andere Farben. Momentan sieht es so aus, dass die Hauptfarben schwarz oder weiß sind.
Für mich als Laien sieht es topografisch eigentlich so aus wie in Schweden. Die Hügel sind vielleicht ein bisschen höher und die Felsen massiver. Aber es fällt auf, dass hier wesentlich mehr Ackerbau betrieben wird als auf der anderen Seite in Schweden.
Ich renne mal wieder in die Sonntagsfalle in Norwegen. In Norwegen haben nicht alle Supermärkte, oder sogar die meisten Supermärkte sonntags nicht offen. Learning of the day: Wenn am Supermarkt steht „von 7 bis 23 Uhr“, bedeutet das nicht, dass alle sieben Tage offen ist, sondern dass Sonntag geschlossen ist.
Ich weiß auch noch nicht so richtig, was ich von diesen permanenten Radwegen halten soll. Teilweise sind sie ja ganz schön, aber dann, wenn man bergab fährt, sie schlecht sind und eng werden, muss man sich runterbremsen, obwohl man auf der Straße nebenan sich wunderbar runterrollen lassen könnte.
Interessant finde ich: Bei den Radwegen stehen öfters Zähler. Da stehen Monatswerte, das sind die Tageswerte vom Main-Ufer-Radweg. Und nicht die Abendwerte, sondern die Vormittagswerte. Also es ist schon fast faszinierend, was man hier für die Radfahrer hinstellt.
Immer wieder sehe ich Felder, die mit einer Art weißen Netzfolie überzogen sind. Es sieht so aus, als würde man irgendwie ein Küchenkraut hier in der Gegend anbauen.
Bei meiner Mittagspause wundere ich mich, dass ein Hubschrauber am näheren Horizont mit einem Behälter auf der anderen Seite des Sees fliegt. Doch dann stelle ich fest, dass gegenüber vom See Rauch aufsteigt. Womit ich feststelle, dass es vielleicht ziemlich klug war, dass ich meinen Kocher nicht mitgenommen habe, weil ich hätte jetzt nicht gedacht, dass in dieser Gegend, die so feucht wirkt, ein Waldbrand entstehen kann oder vielleicht löscht man auf diese Art und Weise hier in Norwegen Häuser.
Ich halte an einer Kirche, um Wasser zu schöpfen. In dieser Gegend scheinen irgendwelche wasserintensiven Pflanzen gepflanzt zu werden, denn die Felder werden begossen. Der weitere Weg wird zeigen, ob das nur ein Einzelfall ist oder ob man das Wasser des Flusses ausnutzt.
Heute früh, als ich vor dem geschlossenen Supermarkt stand, dachte ich mir, dass das alles noch ganz lustig werden kann. insbesondere, weil ich auch den Wetterbericht angesehen habe. Der Wind bläst mir mit Windstärke 4 meistens ins Gesicht. Aber ich muss sagen, es ist ein extrem schöner Tag geworden. Es war zwar teilweise eine extreme Hügelschinderei, aber sie wirkte nicht so sinnlos wie in Schweden. Ich habe teilweise sehr schöne Landschaften gesehen.
Was mich verblüfft hat, wie viel Getreide hier noch angebaut wird. Ich hätte gedacht, das wären alles nur noch Weiden.
Aber was mich eigentlich besonders wundert ist, ich bin wahrscheinlich vor ca. 30 Jahren, vielleicht sogar mehr, die Numedalsruta gefahren, aber in Gegenrichtung. Und ich muss sagen, ich fand sie damals, ja, ich habe es so zusammengefasst innerlich: Da kann man auch in Deutschland bleiben, die Natur ist gleich, warum so weit wegfahren? Gut, damals gab es auch noch keine Hitzewelle in Deutschland.
Aber heute, das war teilweise landschaftlich sehr schön. Nicht so, wie es in Norwegen häufig aufregend gigantisch ist, sondern einfach sehr schön, lieblich, angenehm anzusehen.