6. Tag: Phillipsburg – Geiselberg (89.39 km)


Der bisher schönste Tag. Einerseits das Wetter, andererseits der Weg. Es geht zum Pfälzer Wald. Er ist mir ein wenig unheimlich. Auf der Reliefkarte zieht er sehr eigentümlich im Vergleich zu den anderen Mittelgebirgen aus. Es gibt fast nur Landstraßen. In einem Krimi wurde die schwere Ortbarkeit der Gesuchten mit Pfälzer Wald begründet.

Aber zu erst folge ich dem Rhein. Ich finde es immer wieder schön diesem Fluss zu folgen. Dann geht es einer Ebene entlang Richtung Pfälzer Wald.

Eigentlich müsste die Ebene langweilig sein. Aber ich genieße sie. Die Berge kommen immer näher. Die Ebene geht über in ein Weinbaugebiet. Es ist für mich das größte Weinbaugebiet, was ich bewusst durchfahren bin.

Schlagartig beginnt der Wald und die Berge. Ich fahre eine L 505 nach Taubensuhl entlang. Die Straße ist extrem ruhig. Ab Taubensuhl ist sie gesperrt und aufgegeben. Das erste Mal, dass ich eine aufgegebene Straße in Deutschland fahre. In Skandinavien kenne ich das.

Ich lande auf der B48. Auch extrem ruhig. Aber das liegt an einer Sperrung.

Allmählich lüftet sich das Geheimnis des Pfälzer Walds. Die Abhänge sind zu steil, um irgendwelche Formen von Zivilisation zu bewerkstelligen.

Auch hier wieder die verkappten Feldwege für Radfahrer parallel zu den Straßen. Ich nehme bewusst die Autostraße, weil weniger gewellt und weniger anstrengend.

Mich wunderen diese Wege. Es gibt zu wenig Verkehr, als das sie nötig wären, weil sie jede Erhebung und Senke mitnehmen sind sie nur touristisch interessant. Nicht aber für Verkehr. Offen gesagt, ich halte diese Radwege für rausgeschmissenes Geld. Auf der Straße fährt es sich besser.