Gestern Abend kam noch ein deutscher Radler von Flensburg auf den Shelterplatz und erzählte mir, dass die letzten 30 bis 40 km für ihn ziemlich schrecklich auf dem Ochsenweg gewesen wären. Davor wäre es eigentlich ziemlich gut gewesen. Damit ist letztendlich die Entscheidung gefallen, dass ich eine Alternativroute fahre.
Als ich die Route fahre, sehe ich plötzlich eine ganz gerade Kette von Windrädern, die eine Erinnerung in mir auslöst. Ich bin gespannt, ob ich wieder auf den Weg komme, den ich schon vor zwei Jahren gefahren bin, von dem ich mir aber damals eingebildet habe, er würde schon zum Ochsenweg gehören.
Ich komme, von der Bauart vermute ich, auf einen Bahnradweg. Der Weg ist vielleicht zwischen 1,20 und 1,50 breit. Es wird sehr eng, wenn ein Rennradfahrer mich überholen will oder mir Radfahrer entgegenkommen. Aber es ist so selten, dass es eigentlich kein Problem ist. Ich fahre eine Art Auweidenlandschaft entlang, sehr angenehm fürs Auge, aber landschaftlich nicht sensationell.
Der Bahnradweg hatte relativ lange Asphalt. Ich kann mich an diesen langen Abschnitt von Asphalt einfach nicht erinnern. Dann wird es ein Weg mit feinem Schotter, an diesen Weg kann ich mich erinnern. Und es wird mir klar, warum ich damals glaubte, ich wäre auf dem Heerweg, weil es anscheinend eine Ader des Wanderweges des Heerwegs ist. Es sind nur die Heerweg-Wegweiser für die Wanderer zu sehen. Die Radfahrer werden mit den nummerierten Radwegweisern geleitet.
Da ich eigentlich an meinem Ziel viel zu früh da bin, entscheide ich mich noch 35 km dranzuhängen und damit erreiche ich den Shelterplatz bei Viborg, auf dem ich schon vor zwei Jahren übernachtet habe. Er ist wesentlich voller als vor zwei Jahren, obwohl der Weg heute wesentlich leerer war. Aber was mich eigentlich am meisten fertig macht, dass ich eigentlich erst dieses Jahr gemerkt habe, dass diese ganze Route ein Bahnradweg ist. Ich dachte vor zwei Jahren immer die ganze Zeit, dies wäre ein Wanderweg, des Ochsenweges und wir Radfahrer dürfen auch mitfahren. Es gibt aber so viele Anzeichen für einen Bahnradweg. Aufgegebene Bahnhöfe. Ich fasse es nicht, wie vernagelt ich sein kann.
Der Weg als solcher, letztes Mal fand ich ihn schön, diesmal fand ich, es ging, aber es war nicht der Grund, dass ich ihn zum zweiten Mal gefahren bin, sondern heute war das bewölkt, letztes Mal war blauer Himmel, die Sonne strahlte und die ganze Landschaft erschien in wunderbaren Farben. Heute war es eher fahl.