2. Tag Arlanda Arlanda

Ich habe schlecht geschlafen.

Am Flugplatz erfahre ich, alles da, nur mein Fahrrad nicht. Zumindest kann ich mein Gepäck unterstellen, so lange ich die Gegend unsicher mache.

Ich besorge mir ein Internetcafé und überlege weiter.

Nach einer Weile frage ich wieder nach. Die schockierende Nachricht, das Rad wäre eigentlich in Frankfurt eingeladen worden, so ebenfalls ein Fax. Aber ansonsten keine Spur.

Durch Zufall entdecke ich einen Campingplatz in der Nähe des Flughafens bei Sigtuna auf einer Karte des Tourismusbüros. In den anderen Karten taucht er nicht auf und sonst sind auch keine Informationen zu finden. Also maile ich das Touristoffice in Sigtuna an. Ich bekomme eine Antwort, die mich überrascht. Der Platz existiert nicht mehr. Aber neben einer Liste von Campingplätzen, weist man mich auf das Jedermannsrecht hin und bietet mir sogar an, wenn ich wolle, würde mir man ein paar schöne Plätze in der Nähe verraten.

Zum Internet. Es gibt mehrere Stände über den Flughafen von einer Firma namens Sidewalk Express verteilt. Mindestens eine Stunde für 29 Kronen. Man bekommt ein Ticket mit den Nutzerdaten ausgedruckt, welches sieben Tage lang gültig an allen Anlaufstellen der Firma ist, da die Tickets mehrfach nutzbar sind, bis die Zeit aufgebraucht ist.

Bei dem Stand in der Skycity lagen noch sogar noch nutzbare Tickets von früheren Nutzern herum. Also erst schauen, dann Ticket kaufen.

15:34

Erstaunlich ich hatte Angst vor der Langeweile. Bisher ging es erstaunlich gut. Ich war immer irgendwie mit diesem Fahrrad beschäftigt. Erst jetzt tritt Leerlauf ein.

Mir gehen sonderbare Gedanken durch den Kopf. Ich habe zu Hause eine Alternativtour geplant, falls ich nicht loskomme wegen des Vulkans in Island. Auch hatte ich diesmal auch immer eine leichte Panik vor der Abreise.

Ich habe gerade meine Rechte durchgelesen. Unerfreulich. Die Schadensumme ist bei ca. 1300 beschränkt. Je länger ich bleibe auf umso mehr Kosten bleibe ich sitzen, wenn das Fahrrad spurlos verschwindet.

Ich überlege auf einen Campingplatz zugehen. Der nächste Platz ist 40 km entfernt. Auch wenn das Fahrrad nachgeliefert wird, wer weiß, ob es noch in einem fahrbaren Zustand – immerhin sind 15000 Gepäckstücke in Frankfurt aus dem Ruder gelaufen- ist und wie komme ich dann mit dem kaputten Rad zum Flughafen zurück.

Ein Geistesblitz war, ich könnte alle Flughäfen mit ähnlichem ICA-Code anmailen. Als ich bei Wikipedia nachsehe, stelle ich fest, dass es lückenlos im Alphabet von ANA bis ANZ durchgeht.

Jetzt kaufe ich mir ein deutsches Magazin und lese es.

Irgendwann gehe ich wieder zum Gepäckschalter. Das Fahrrad ist immer noch nicht da. Dort erfahre ich, dass für heute morgen zwei weitere Räder versprochen worden sind, aber immer noch nicht da seien.

Ich kaufe etwas Obst und zwei Stück Kuchen. Sehr überraschend finde ich, dass ich gefragt werde, ob man mir das Obst waschen soll.

Frage oder Kommentar schreiben

Die E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt. Felder mit * müssen ausgefüllt werden.

*

*