Ich wache auf und stelle erfreut fest, dass mein Zelt wieder einmal stocktrocken ist. Auch finde ich gleich wieder eine Toilette, und kann mich waschen. Am Wegesrand sehe ich immer wieder Felder voller Graugänse. Was in mir die Frage aufbringt, was waren das für Gänse bei Nils Holgersson? Weiße oder graue Gänse?
In Varberg fängt es zum Schütten an. Trotzdem kann ich beobachten, wie das Samstagsleben allmählich beginnt. Viele Pärchen gehen Walken. Wobei auffällt, dass die Frauen immer etwas angestrengt wirken und die Männer entspannt, wenn nicht sogar unterfordert. So ein Größenunterschied und ein gemeinsames Tempo sind schon eine dumme Sache.
In Varberg komme ich am Bahnhof vorbei und wundere mich, denn ich sehe eine riesige Baustelle, aber kein einziges Gleis. Ich fahre im Laufe des Tages sehr häufig an einer Eisenbahnstrecke entlang. Nur einmal fährt ein Güterzug an mir vorbei. Ich sehe keinen einzigen Personenzug.
Kurz nach Varberg komme ich am Atomkraftwerk Ringhals vorbei. Erste verblüffende Tatsache, es sieht gar nicht wie ein Atomkraftwerk aus. Es hat nicht diese Betonkuppeln, sondern es wirkt wie ein riesengroßer Kessel. Weiter fällt auf, dass das Fotografieren dieser Anlage verboten ist. Überall stehen Schilder, die dies verbieten. Ich bin früher immer wieder mal am Atomkraftwerk Biblis vorbeigekommen. Dort kann ich mich nicht an solche Sicherheitsmaßnahmen erinnern
Insgesamt kommen mir sehr viele einheimische Radfahrer entgegen. Teilweise habe ich schon fast das Gefühl, dass ich an einem deutschen Flussradwanderweg unterwegs bin.
Was eigentlich sehr anstrengend wird, ist der überwiegende Wind aus nördliche Richtung. Es ist eine Riesenquälerei. Zwei deutsche Radler, die aus Oslo gekommen sind, meinten, von den entgegenkommenden Radlern sahen sehr viele sehr unglücklich aus.