Heute lerne ich mal wieder, was ich schon öfters in Skandinavien gelernt habe. Der Wetterbericht vom Vortag ist nicht sehr verlässlich. Gestern wurde mir Gegenwind, Starkregen und Dauerregen versprochen. Heute vereinzeltes Tropfen, der Wind ist schwächer, teilweise schiebt er mich.
Je näher ich an Deutschland komme, desto mehr wird die Verkehrssprache auf dieser Route deutsch. Besonders amüsant fand ich am Morgen, eine Joggerin, die ihren Hund mit links, rechts, geradeaus steuerte.
Persönlich bin ich der Meinung, dass das Erlebnis auf einer Radreise auch psychologisch bedingt ist. Einerseits ist es zwar beeindruckend, wie lange man durch diese Dünenlandschaft fahren kann. Aber ich habe mir heute ab und zu Asphalt spendiert, und stelle 300 Meter weiter von der Route fest, es ist alles normal. Dann hinterlässt die Dünenlandschaft, besonders wenn dann auch immer wieder die Ferienhäuser auftauchen, nicht einen Eindruck in als wenn die ganze Umgebung solch eine Landschaft wäre. Es ist weniger wild als es scheint.
Ich bin diesen Westküsten Radwanderweg vor wahrscheinlich schon mal vor 30 Jahren gefahren. In mir keimt immer wieder das Gefühl auf, das hast du schon mal alles gesehen, aber ganz woanders. Manches, glaube ich, erinnert an den hohen Norden.
Im Supermarkt, indem ich mein Abendessen kaufe, will ich mir ein Eis als Zuckerturbo zum Shelter kaufen. Entweder bin ich total verblödet, oder es gab in diesem Supermarkt kein Eis.