20. Tag: Brieselang – Wittenberge (138.57 km)

In Nauen gehe ich einkaufen. 4 Supermärkte. 4 Discounter. REWE und Edeka fehlen hier nahezu in der Gegend. Im Südwesten Deutschlands waren die Discounter eine Seltenheit.

Das Land leert sich. Ich fahre einen Teil der „Tour de Brandenburg“ und dann die Elbe. Gut ausgebaute Strecken. Mit dem Rückenwind eine Rennstrecke.

An der Elbe glaube ich eine Passage von vor 25 Jahren zu erkennen. Sie verläuft im Wald.. Früher war es ein harter Sandweg. Ich mochte damals die Stimmung, die daraus entstand. Der Asphalt nimmt einiges von dem Zauber. Bloß heute würde mich der Sandweg verärgern. War ich zu viel in Asphaltländern unterwegs, sind meine Ansprüche gestiegen oder durch den Radwegbau gesteigert worden?

Auch frage ich mich, was die Bevölkerung von diesen Radwegen hält.

In Wittenberg trifft mich ein Schock. Ich denke an die Verhältnisse vor 20 Jahren in anderen Teilen der ehemaligen DDR. Hartz IV schwebt durch die Straßen. In diesem Umfeld wird klar, was ich meine.

Bürgersteig vermutlich aus der DDR-Zeit. Die Straße Kopfstein aus Kaisers Zeit. Daneben der Radweg mit astreinem Rennasphalt. Diese ausgebauten Radrouten werden zwar genutzt. Aber nicht sehr intensiv.

Am Oder-Neiße Radweg sagte mir mal ein Bürgermeister bei ähnlichen Nutzung: „Er kostet uns mehr als er bringt. Wir haben Angst, dass der Weg uns ruiniert. Bloß damals gab es den Radreiseboom noch nicht.