9. Tag: Takvik – Skaidi (105.34km)

Nach Alta hinein wird die E6 neu gebaut. Sie bekommt eine neue Streckenführung. So wie es aussieht, verläuft sie dann geräder, weniger auf und ab und der Weg wird 5 Kilometer kürzer.

Vermutlich müssen wir Fahrradfahrer den alten Weg nehmen. Gestern kam ich an einem neuen Tunnel vorbei. Für Fahrradfahrer gesperrt, wir mussten außen herum.

Dann auf nach Alta. Ganghebel besorgen.

Erst ein Schock. Der Intersportladen ist verschwunden. Eine Chance weniger. Nur noch G-Max-Läden. Die wirkten für mich nie so reichhaltig wie die Intersportläden.

Also in den ersten G-Max-Laden. Man fragt mich sogar nach der Gruppe, die ich haben will. Ich bin erstaunt. Nach Tromsø dachte ich, ich solle froh sein, wenn ich überhaupt einen Schalthebel bekomme. Und jetzt kann ich wählen? Der Verkäufer verschwindet, um mit der Nachricht wiederzukehren, man hätte überhaupt keine Schalthebel vorrätig. Ich solle doch mal in die Partnerfiliale im Einkaufszentrum nebenan gehen. Mein Kochergas bekomme ich auch nicht.

Die zweite G-Max-Filiale hat mein Kochergas auch nicht und auch keine Schalthebel. Ich möge doch in das Sportgeschäft im ersten Stock gehen.

Muss ich erwähnen, dass mein Gas auch in dieser Filiale nicht vorhanden ist.

In diesem Sportgeschäft gibt es Schalthebel. Aber nur für den vorderen Umwerfer. Der Verkäufer erklärt mir, wenn sie welche hätten, dann wären es 10-Ganghebel. Ich solle mal zu Intersport im Einkaufzentrum nebenan gehen. (Es stehen meiner Zählung nach 3 Einkaufszentren nebeneinander) Mein Gas gibt es auch hier nicht.

Ich finde die Intershopfiliale. Man ist vom Stadtrand in Zentrum gezogen. Und siehe da, es gibt Schalter und mein Gas. SL-M590 569 Kr mit Seilzügen, Hüllen und sonstigen Kleinteilen. (Nachtrag: So ziemlich genau die Summe, die ich im deutschen Einzelhandel auch zahlen würde.)

Da ich meine Probleme mit der Orientierung in diesen Einkaufszentren habe, ist vielleicht schon aufgefallen. Ich suche 10 Minuten nach dem Ausgang, wo mein Fahrrad steht.

Dann geht es endlich weiter. Leider zieht der Himmel zu und es herrscht starker Gegenwind bei 8 Grad.

Es ist interessant, eine Strecke zum zweiten Mal zu erleben. Alta ist eindeutig geschrumpft. Der Weg in die Berge länger.

Als ich dann die ersten Anhöhen erklimme, wirkt das, was mir vor zwei Jahren als karg wirkte, plötzlich füllig, weil ich jetzt weiß es wird noch karger. Mich verblüfft, dass sich so etwas so stark ins Unterbewusste einprägt.

Die Fahrt durch das Sennalandet ist dieses Mal auf eine andere Weise beeindruckend. Denn der Wind weht, es ist wolkenverhangen und sehr kalt. Ich ziehe meine Herbsthandschuhe an.

Als ich denn Schlagbaum Richtung Skaidi passiere, fangen die Bäume wieder zum Wachsen an, es wird wärmer und die Sonne rückt ein paar Strahlen heraus.

Mir begegnen weiße Rentiere. So etwas habe ich noch nicht gesehen.

Bei der Zeltplatzsuche merke ich, wie findig ich mittlerweile geworden bin. Vor zwei Jahren glaubte ich auf der Strecke ab dem Schlagbaum nach Skaidi gäbe es keine Plätze, wo man ein Zelt aufstellen könnte. Dieses Mal sehe ich viele Möglichkeiten und finde etwas in einem Birkenwäldchen.