6. Tag: Adenes – Brensholmen (91.79km)

Im Fahrplan im Internet steht, dass man zur Hochsaison eine Stunde vor Fährabfahrt am Anlieger sein soll. Das tue ich dann auch brav. Es war vollkommen unnotwendig. Das Autodeck ist nur zu einem Drittel voll.

Trotzalledem sind fast alle Steckdosen mit so genannten mobilen Endgeräten belegt. Das ist mir schon auf den letzten beiden Fähren aufgefallen und an den Flughäfen. Letztes Jahr beobachtete ich diesen Energiehunger nicht oder man hat ihn nicht so offen ausgelebt.

Der Preis für die Fähre ist heftig. Bisher konnte ich davon ausgehen 30 Minuten Fahrzeit 30kr. Hier ist er bei mehr als 70 kr. Auf dem Schiff sehe ich eine italienische Familie wieder, die auch auf de Fähre Bodø-Moskenes war.

Auw den Lautsprechern dringt plötzlich Musik. Ich erkenne Pink Floyd „Hey You“ aus „The Wall“. Da ich nicht glaube, dass diesen Titel ein Radiosender spielt, bin ich gespannt, was noch so kommt. Es ist doch ein Radiosender. Irgendwann geht noch Queen „Somebody to love“ über den Äther.

Das Schiff schwankt ziemlich umher, obwohl das Wasser sehr ruhig wirkt.

Auf dem Schiff findet ein deutscher Radlertreff statt. Am Anfang der Strecke treffen wir uns immer wieder und ziehen uns teilweise gleichzeitig für Abfahrten und Auffahrten um.

Den Norwegern scheinen wir Radfahrer auf dieser Strecke Kopfzerbrechern zu bereiten.

Vor jedem Tunnel kann man eine kostenlose Warnweste ziehen. Später auf einem Rastplatz sehe ich auch solch eine Box. Aber dann gibt es eine Einrichtung, die ich eher gefährlich finde. Am Anfang des Tunnels steht ein Schild „Achtung Radfahrer im Tunnel“. Dieses Schild ist mit einem Taster versehen, denn der Radfahrer drücken soll. Dann leuchtet eine Lampe über dem Schild auf.

Ich trage mich nur, ob die Autofahrer riskanter fahren, wenn die Leuchte aus ist.

Ein großes Ärgernis tritt ein. Meine Anzeige vom Ganghebel gibt den Geist auf und gleichzeitig lassen sich die zwei kleinsten zwei Zahnräder hinten nicht mehr schalten.

Nach längerem Herumprobieren schaffe ich es, dass acht statt sieben Gänge geschaltet werden können. Wobei ich mehr Glück als Verstand habe. Ist das die Ankündigung eines baldigen Totalversagens des Schalters?

Ich hoffe, morgen samstags einen Hebel in Tromsø als Backup zu bekommen.

Mein Höhenprofil hat mich heute böse an der Nase herumgeführt. Fast allen Anstiegen von 500 Meter entkomme ich durch Tunnel in Meereshöhe. So gehört es sich.

Ich hatte auf den Lofoten den Verdacht, dass die Natur dort einen Sprung on den Norden macht.

Ich sehe mich bestätigt. Auf dem Festland werden die Bäume schlagartig größer, wachsen dichter zusammen. Insgesamt wirkt die Natur noch nicht so entbehrungsreich.

Gleich neben dem Fähranlieger in Brensholmen kann ich nach Regeln des Jedermannrechtes mein Zelt aufstellen. Warum betone ich nach Regeln des Jedermannrechtes. Die meisten Flächen, wo ich ein Zelt aufstellen wollen würde, wurden urbar gemacht. Damit steht meist ein Haus steht in der Nähe oder die Fläche ist abgezäunt.