9. Tag: Vevang – Setra (96.56km)

Ich fahre den Rest des Atlantikveiens. Auf jedem Rastplatz stehen Wohnmobile aus verschiedenen Nationen, deren Insassen noch schlafen. Wer eine Übersicht des Wohnmobilmarktes haben möchte, dürfte hier einen geeigneten Ort vorfinden.

Irgendwann will meine HS 33 unerwartet neue Beläge. Ich gönne diese ihr und stelle fest, dass ich die Bremsblöcke neu einstellen und justieren muss. Wer die HS33 kennt, versteht meine Besorgnis und Verblüffung. (Nachtrag: zuhause stelle ich fest, dass sich meine HS33 entlüften muss.

Im letzten Jahr fuhr noch eine Fähre nach Kristiansund. Jetzt darf man nur noch mit dem Bus durch den Tunnel. Die Kunde nach D war ungewiss. Die Busse, die mir entgegenkommen, haben alle keine Fahrradträger. Ich werde nervös. An der Mautstation ist die Haltestelle, an der ein Zettel hängt, man möge doch bitte sein „Geback“ abnehmen. Das Beweisphoto verhindert der gerade kommende Bus. Ich lade meine Taschen in den Bus. Der Busfahrer will mein Rad, hinten auf den Fahrradträger montieren. Der Träger ist kaputt. Also darf ich mein Rad in den Bus stellen. Im Zentrum von Kristiansund steige ich aus. Der Busfahrer hilft mir mit den Taschen. So wie er zupackt, hat er Routine. Zum Schluss gibt es noch einen freundlichen Klaps auf die Schulter.

Dann versuche ich, mein Kappenproblem zu lösen. Vor zwei Tagen habe ich sie verloren. Ich brauche aber eine als Schutz für die Brille bei Regen. Ich habe mir gestern einen Schirm aus einer Erdnusstüte gebastelt und unter meinen Buff geklemmt.

Also zu Intersport, der heute auftreibbar ist. Keine Kappe. Auch im ganzen restlichen Einkaufszentrum keine Kappe.

Dann muss ich wohl mit der Erdnusstütenschirmlösung durch Norwegen fahren. Nach Kristiansund muss ich mal wieder Fähre fahren. Nach der Fähre tut sich eine andere Welt auf. Keine neue, weil ich das alles die letzten Jahre weiter nördlich gesehen habe. Diese Passage gefällt mir. Es gibt kaum Verkehr auf der 680. Die ruhigste Strecke bisher. Ob das am Maut liegt oder an der dünneren Besiedlung, erschließt sich mir nicht.

Diese Ruhe bleibt erfreulicherweise bis zum Abend so.