4. Tag: Askvoll Svarthunile (93.40km)

Am ersten Tag dachte ich meine norwegische Rechnung würde gar nicht aufgehen. Aber allmählich stelle ich fest, sie geht großteils auf.

Meine Rechnung war zu sehr von der Finnmark geprägt. Die Berge waren seltener. Und nicht ganz so steil.

Auch in anderen Punkten habe ich mich verrechnet. Voll Freude habe ich zuhause entdeckt, dass es bei den Höhenpeaks von 500 bis 700 m Tunnels gibt. Dass die allem Anschein nach aber nicht unten durch bei angenehmer Meereshöhe durch den Berg führen, sondern nur den Felsgipfel in luftiger Höhe durchbrechen, wurde mir heute klar. Besonders lustig fand ich den Tunnel, der so lang war, wie der Eingang in Metern hoch lag.

Tunnelumfahrungen sind ein Thema für sich. Der Tunnel vor Faro wird in der OpenCycleMap als mit dem Fahrrad durchfahrbar angezeigt. Was aber das Verbotsschild am Tunnel nicht hindert, mir Sorgenfalten auf die Stirn zu treiben. Keine Umfahrung zu sehen. Bei genauerem Hinsehen führt sie dann doch links am Tunnel vorbei.

Die nächste Umfahrung des Tunnels bei Nausdal erquickt meine Seele. Also am Anfang. Ich rase durch liebliche Weidelandschaft. Endlich kein Hochtreten mehr. Aber dann werde ich wieder auf 400hm hochgetrieben. Mir graut ein wenig vor der Abfahrt. Denn der Teer der Auffahrt ist so oft wie bei diesen alten und eigentlich nicht mehr genutzten Straßen einfach kaputt. Der Belag Gipfeltunnel zwingt mich zum Absteigen. Umso erfreuter bin ich, beim Verlassen des Tunnels 1a Asphalt vorzufinden.

In Fore stoße ich auf die E5. Dahin ist die norwegische Stille. Ich vermute, die Norweger entwickeln schon ein System, wie man Doppeldeckerstraßen baut. Vorteil des Trubels, die Sachen sind im Supermarkt billiger.

Eine Sache beschäftigt mich schon seit gestern. Dass ich hier Dinge sehe, die ich auf meinem schwedischen Weg zum Nordkap erst ab dem Polarkreis gesehen habe.

Das ginge eigentlich noch. Aber auf dem schwedischen Weg änderten sich die Dinge allmählich. Hier sind sie wild durcheinander gewürfelt. Auf dem einen Berg liegt Schnee, auf dem Nachbarberg, der höher ist, wachsen, und gedeihen bis zum Gipfel die Tannen.

In einer Landschaft, die schon fast an Südschweden erinnert, entdecke ich Moore des Nordens und die Bäche, die durch natürliche Birkenallen fließen.