17. Tag: Leland –Kilboghamn (110km)

Heute war der ekligste Tag. Entweder habe ich den falschen Wetterbericht erwischt oder der lag absolut daneben. Es hat fast den ganzen Tag geregnet.

Was mich eigentlich schon die ganze Zeit wundert, wie tief hier die Wolken hängen. Sie hängen teilweise bei 100 bis 200 Meter.

Das hat mir eine meiner unheimlichsten Abfahrten eingebracht. Am Vormittag muss ich bis 320hm hoch. Ich freue mich auf die Abfahrt. Aber ich muss durch so eine Wolkenwand. Sichtweite vielleicht 50 bis 100m. Die Bremse ist im Dauerbetrieb.

Am meisten Sorgen macht mir, ob ich trotz Licht rechtzeitig gesehen werde.

Heute konnte ich zusehen, wie eine Fähre betankt wird. Als ich mein Fahrrad auf der Fähre am schon fast gewohnten Platz abstellen will, werde ich zur Seite geschoben. Neben mir steht ein Tanklaster. Der Fahrer schiebt den Tankerschlauch in einen Stutzen und betankt so während der Fahrt die Fähre.

Jede Fähre hat einen Art Aufenthaltsraum für die Passagiere. Die Passagiere können sich teilweise mit Getränken und Speisen versorgen.

Bloß was man auf der Fähre vorfindet, lässt sich nicht sagen.

Gestern bei der einstündigen Überfahrt gab es nur Waffeln und Kaffee in Selbstbedienung. Heute bei 20 Minuten Überfahrt gibt es fast schon eine Kantine.

Die Selbstdienung bei norwegischen Fähren sieht meist so aus. Nehmt euch und schmeißt das Geld in die Kasse.

Die Tunnel waren heute die angenehmsten Orte. Kein Wind und kein Regen. Wenn das mit dem Wetter so weiter geht, wünsche ich einen durchgehenden Tunnel bis Bodo.

Was mich etwas wundert, wo kaufen die Leute hier ein? Auf 90 km kein richtiger Supermarkt. Nur mal ein Matkrogan.

Als ich kurz vor dem Fähranleger mein Zelt aufbaue, kommt ein Reiseradler vorbei. Ein Grönländer, der zum Nordkap will. Es hat etwas leicht Absurdes. Er ist in Jütland gestartet.