12. Tag: Trondheim – Morrivatnet (100.59km)

Am Morgen ein Schock, mein Pufferakku ist leer. Ich hatte schon vor meiner Reise den Verdacht, dass da was nicht stimmt. Mal schauen, was JensD dazu sagt. Meine abendlichen Berechnungen machen mich wirklich nicht schlauer. Aber eher komisch. Ich habe jetzt mal den Edelux abgehängt.

Als ich aus Trondheim herausfahre, begegnen mir für norwegische Verhältnisse viele Radler. Bis auf drei, alle in Fahrradsportkleidung. Papageienradler, wie man in manchen Kreisen sagt.

Meine heutige Fähre muss ich nicht zahlen. Sie ist in das Mautsystem eingebunden.

Bei diesem Mautsystem werden durch Kameras die Nummerschilder erfasst, dann Rechnungen verschickt oder abgebucht. Ein Norweger kann sich dem schwerlich entziehen. Aber ausländische Kfzs?

Ich habe ein Bilderproblem mit Norwegen. Die in Reiseberichten gesehenen Bilder zeigen anderes, als was ich sehe. Einerseits würde ich Voralpenland mit anderer Architektur und mehr Wasser sagen, andererseits Schweden2 mit steileren Hängen.

Eine andere Sache fand ich auch lustig, kaum begannen die Kornfelder, tauchten die ersten Elchschilder auf. Im Gegensatz dazu sind diese in Schweden erst aufgetaucht, nachdem die Kornfelder verschwanden.

Trotz des In-die-Regenjacke-rein-raus-Wetter fand ich die Landschaft sehr schön. Nach Rassia geht es ein Flusstal entlang. Die Berge formieren sich in der nahen Ferne um, und formieren sich zu immer neuen Bildern. Ähnlich wie in Schottland. Dann geht es auf 230hm hoch. Die Landschaft ändert sich rabiat. Ich würde von Gebirgslandschaft sprechen, wenn nicht die 200hm wären.

Nebel zieht auf und es gibt eine Novemberstimmung. Das Beste die Abfahrt. De facto 3km hoch 20km runter.

Ich mag die Autos auf der Strecke nicht. Sie rasen. Ähnlich wie Einheimische bei uns, die ihre Wege schon jahrelang auswendig kennen.

Bei dieser Abfahrt quietschen einmal Reifen hinter mir. Ein tiefergelegter Benz. Aber so richtig typisch. Ein Laster fährt ziemlich knapp vorbei. Ein Deutscher. Der braucht seinen Sicherheitsabstand zur linken Felsenwand. Norweger brauchen denn nicht.

So manches Überholmanöver wird knapp. Obwohl die Norweger sehr rücksichtsvoll fahren. Das Tempo von Rädern am Berg unterschätzen sie und dass man bei dem gefahrenen Tempo nicht einfach aus dem Weg fahren kann, scheint ihnen auch nicht so recht klar zu sein.