6. Tag Osterbybruk – Furuvik 80.83km

Dieser Tag erinnert mich an ein Zitat aus Nils Holgerson, was ich nur sinngemäß wiedergeben kann. Schweden wäre ein Land, was auf dem Kopf stehen würde. Im Süden die Landwirtschaft im Norden die Industrie.

In Osterbybruk fällt mir eine historische Architektur auf, die mich als erstes an Arbeitersiedlungen denken lässt, aber dafür wirken sie zu alt. Und noch etwas irritiert mich, hinter der Linie der Reihenhäuser stehen leicht versetzt „Reihenscheunen“. Ich werde nicht recht schlau daraus und gehe einkaufen.

Dann geht es beschaulich durch Wiesen, Felder und Wälder.

Kurz vor Lövslabruk mache ich Rast an einem beschaulichen „badplats“ Rast.

Kurz danach komme ich auf das Gelände von Lövslabruk. Ein ehemaliges Eisenwerk. Auf der einen Seite das Eisenwerk, in der Mitte das Herrenhaus und der Park. Auf der anderen Seite die Arbeiterhäuser.

Und dort begegnet mir wieder die Architektur, die mir schon in Osterbybruk aufgefallen ist. Also doch Arbeiterhäuser. Sie wurden 200 Jahre früher gebaut als die Arbeitersiedlungen die ich bisher gesehen habe.

Was mich noch viel mehr beschäftigt, wie freundlich und hell alles ist. Nichts deutet auf ausbeuterische Zustände hin, die man sonst mit der Eisenindustrie verbindet. Es wirkt eher so, als hätte man sich um die Arbeiter bemüht.

In den Prospekten erfahre ich, dass man extra Wallonen aus Belgien holte, um die Entwicklung der Eisenhütte voran zu treiben. Vielleicht musste man sie gut behandeln, weil sie ein Art Elite waren.

In Karlholmsbruk bietet sich ein ähnliches Bild, aber aus Holz.

In Laxöm mache ich Rast beim Kraftwerk. Eis sonderbarer Eindruck bietet sich mir. Einerseits ein befriedeter Fluss. Andererseits ein wilder Fluss. Dazwischen eine Mauer.

Nach Lövslabruk fahre ich fast 50 km nur noch auf der 76. Die Straße ist sehr breit und scheint die Ader der Region nach Gävele zu sein.

Anfänglich ist die Straße noch ruhig. Ob man das Fahren darauf mag, muss jeder für sich entscheiden. Mir kommt die Beatleszeile „A long and widey road“ in den Sinn. Die Straße „norrut“ im Kinofilm. Aber in Roadmovies hat man nicht soviel Gegenverkehr und wird deutlich seltener überholt. Der Verkehr schwillt im Laufe der Zeit auch immer mehr an, bis kurz vor Furuvik riesige Industrielagen grüßen und der Verkehr genauso stark ist, wie auf jeder Ausfallstraße in Deutschland.

Frage oder Kommentar schreiben

Die E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt. Felder mit * müssen ausgefüllt werden.

*

*