10. Tag Bergafjärden – Härnösand 103.07km

Als ich um fünf Uhr morgens auf Toilette gehe, schallt mir Lena mit dem Siegerlied vom Eurovisionswettbewerb entgegen. Deutscher Pop für schwedische Toiletten.

Letztes Jahr dachte ich, die Schweden würden baulich Rücksicht auf die Natur nehmen. Ich sehe, sie können so ein Tal genauso gut mit Industrie verschandeln wie wir Deutschen. In dem Fall sogar noch besser als wir Deutschen. Ich hatte noch nie so einen hässlichen Vormittag. Unendlich viele Industrieanlagen. 10-15 km vor Sundsvall geht es los und hört erst 20 km danach auf.

Meine Planungen sprechen für den heutigen Tag von 1500 Höhenmeter. Aber es sind meist langgezogene Steigungen. So etwas fahre ich gern.

In Sundsvall entdecke ich zum ersten Mal das Wort Haparanda auf der Beschilderung der E4.

In Fagervik verfahre ich mich, weil ein Schild fehlt. In Bergeforsen mache ich Rast in der Nähe des Wasserkraftwerkes. Plötzlich sehe ich den Firmennamen des Betreibers. Vattenfall. Wasserfall auf Schwedisch schießt es mir durch den Kopf. Und das für einen Betreiber, den ich aus der Presse als Pannenbetreiber von Atomkraftwerken kenne. Vielleicht sollte diese Firma bei ihrem Kerngeschäft bleiben.

Und dann fehlt mir plötzlich eine Straße. Ja man liest richtig, mir fehlt eine Straße.

Irgendwann stelle ich kurz nach Skavrevicken fest, dass ich vom Weg abgekommen bin. Also fahre ich zur letzen Beschilderung zurück und schaue mir die Sache genauer an. Ich soll kurz nach den Schildern links abbiegen. Bloß dort ist eine Böschung. Auf allen meinen Karten (eniro, google und. Gröna kartan) ist dort eine Straße als wichtige Straße eingetragen. Ich schaue, ob es einen anderen Weg zur 331 gibt. Auch nicht. Also zurück ins Dorf und nachgefragt. Ja der Zubringer, der wäre verlegt worden. Man erklärt mir den Weg und drei Kilometer später sehe ich wieder die Beschilderung.

Nachdem ich die 331 verlassen habe, wird es plötzlich wunderschön. Seen verbunden durch einen Fluss. Begleitet von Steigungen, die ich erklimmen muss.

In Härnösand gehe ich auf den Campingplatz. Dort bricht mir Zeltstangensegment und durchsticht den Gestängekanal.

Ein Pannentag.

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