10. Tag: Kivik – Pukavik (94.86 km)

Zu erst scheint man mich kräftig erschrecken zu wollen. Es geht wie gerne an Küsten mit kleinen, aber kräftigen Steigungen los. Aber einige Kilometer später geht es fast bis zum Abend ziemlich flach dahin.Ich fahre zwischen Maglehem und Åhus durch einige Ferienhaussiedelungen.

Die Häuschen sind Teil des Waldes, aber stehen ziemlich dicht. Was man bei uns in die Höhe gebaut hat, scheint man hier in die Fläche gebaut zu haben. Das ganze wirkt sehr still und friedlich. Manchem dürfte es dort als Urlauber zu still sein. Es ist keine Todesstille, sondern eine gelassene Stille.

Ich habe schon gestern mich über die Farben gefreut.

Und bekomme heute erneut Anlass darüber nachzudenken.

Es handelt sich meistens um eine typische Agrarlandschaft, die auch noch flach ist. So etwas finde ich normaler Weise langweilig. Hier liebe ich es. Es ist das Leuchten der Farben. In Deutschland sind es Glückstage, wenn das Licht so ist, so dass die Farben leuchten. Ich glaube bzw. hoffe aus meiner früheren Schwedenerfahrung, dass dies hier normal ist.

Vielleicht wirkt das ganze so angenehm, weil die einzelnen Höfe sich besser in die Landschaft anpassen. Dies tun sie durch ihre Farbe und bauliche Gestaltung.

Bisher habe ich gesehen, dass die Briefkästen nicht an den Häusern angebracht sind, sondern dass es einen Punkt gibt, an dem die Briefkästen mehrer Häuser angebracht sind.

In Åhus ist es ähnlich wie bei uns. Aber die Briefkästen stehen am Straßenrand. Das Auto des Briefbotens hat deswegen das Steuer auf der „falschen“ Seite. Also britisch. Der Postbote wirft vom Fahrersitz die Post ein. Er öffnet nicht einmal die Tür.

Was mich an dieser Gegend so fasziniert, ist die Verbindung zu Deutschland, von der ich in Geschichtsbüchern so gut wie nie gelesen habe.

Eine Glocke für die Kirche von Trolle Ljungby kommt aus Stralsund. Und das im Jahr 1455.

Die Kirche als solche ist auch sehr interessant. Die meisten Kirchen versuchen die Größe Gottes zu demonstrieren. Diese Kirche wirkt wie ein freundlicher Versammlungsort.

Auch finde ich schön, wie die Schweden ihre Fahrradtouren machen. Sie stecken ihre Sachen in Plastiktüten verpackt in die Seitenkörbe ihre Fahrräder.

Es hat etwas herrlich Unbeschwertes und mir fällt das Wort „Sommerfrische“ dazu ein.

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