Erster Tag: Frankfurt – Loreley (105,17 km)

Der Anfang der Tour war eher kämpferisch. Die Strecke bin ich schon öfters gefahren. Normalerweise ist es ja eher eine Rollstrecke. Der Wetterbericht hat Gegenwind mit einer Geschwindigkeit von ca. 40 km/h angesagt. Damit ist ein gemütliches Einrollen bis Bingen leider nicht so ganz möglich.

Über meine Hausstrecke Frankfurt nach Mainz gibt es nicht viel zu sagen. Doch vielleicht eine Sache. Dies ist eigentlich ein Teilstück des hessischen R3. Die Frage ist, wie geht man zwischen Eddersheim und Frankfurt über den Main. Offiziell geht der R3 über die Eddersheimer Staustufe. So wie bei den Treppen der Staustufen die Schienen für die Fahrräder aber angebracht sind, trägt man das Fahrrad lieber. Bei einem bepackten Fahrrad nicht so schön.

Deswegen wurde die Sindlinger Brücke kurz vor Kelsterbach als Alternativroute ausgeschildert. Die rechtsmainische Strecke bis Eddersheim ist eher hässlich und hie und da auch etwas schlammig. Heute habe ich kurz vor der Eddersheimer Staustufe eine Fähre entdeckt. Eigentlich die schönste Lösung.

Leider bricht mir beim Abstellen des Rades gleich der Ständer des Rades. Was mich maßlos ärgert. Ich habe diesem Ständer schon beim Kauf des Fahrrades misstraut. Der Händler bei Per Pedale in Frankfurt hat mir damals aber versichert, der würde garantiert halten, auch bei einem Reiserad.

In Wiesbaden Schierstein gerate ich in ein großes Volksfest. Ich finde einen Weg aus diesem Volksfest, der mich in den Ortskern führt, um ein wenig später, als ich wieder zum Rhein abbiegen will, wieder in das Volksfest zu geraten.

Der Radweg von Wiesbaden bis Rüdesheim verläuft teilweise direkt neben der Bundesstraße. Ich bin etwas verwundert, wie das einige Leute in ihre Freizeitgestaltung einbauen. Auto auf den Randstreifen gestellt. Tisch und Stühle daneben. Bier drauf und dann auf den Rhein schauen.

Wem das zu unruhig scheint, der soll lieber linksrheinisch fahren.

Das Rheintal bin ich schon öfters gefahren. Heute habe ich zum ersten Mal das Glück, es bei schönem Wetter zu erleben. Ich muss sagen es gefällt mir.

Ich bin diese Route schon mal vor 15 Jahren mit Gepäck gefahren. Damals wie heute, sehr oft direkt an der Bundesstraße entlang. Mittlerweile sind glücklicher Weise die Radwege vorbildlich breit geworden. Ich kann mich erinnern, damals fuhr ich mehr oder weniger auf dem Bordstein und die Isomattenrolle schleifte an der Leitplanke.

Damals fuhr ich an einem Donnerstag. Damals fand ich die Strecke zu betriebig und eigentlich auf Grund des hohen Verkehrs eigentlich nur nervig. Samstags, also wie heute, geht es aber verkehrsmäßig eher gemütlich zu.

Ich mache auf dem Campingplatz direkt gegenüber des Loreleyfelsens halt. Der Preis ist mit 7 Euro erstaunlich niedrig für diesen Touristenmagneten. Ich hätte eigentlich mit mehr als 10 Euro gerechnet.