Kompromisse und Verirrungen

Ein Kompromiss

Eigentlich, wollte ich nur eine etwas verlängerte Fitnessrunde drehen. Aber manches sehe ich einfach aus dem Augenwinkel. Also wo fange ich an. Vielleicht bei diesem Wegweiser.

Wir haben mal wieder einen verdeckten Radwegweiser.

Dazu ein Zitat aus der der Stadtverwaltung:

Bei der Positionierung der Schilder sind viele Rahmenbedingungen zu berücksichtigen (Windlast, Schleppkurven von Landwirtschaftliche Fahrzeuge, andere Schilder oder Ampel dürfen nicht verdeckt werden, Baulast des Maststandorts etc…). Das hat in der Tat dazu geführt dass der letztendliche Schilderstandort ein Kompromiss darstellt, und oft nicht da steht, wo es aus Radverkehrsperspektive geplant und gewünscht war.

Aus der anderen Fahrtrichtung:

Mit wem musste hier ein Kompromiss geschlossen werden?

Wir machen das Radwegnetz besser

Der nächste Wegweiser. Also der nächste Wegweiser am Weg und des Berichtes.

Schauen wir uns diesen Wegweiser an.Man muss genau hinsehen. Am einen Arm ist das Piktokramm für den R8 am anderen Arm für den R3. In sich unlogisch und hier läuft der R8 nicht entlang.
Stellen wir uns so hin, sodass wir die Kreuzung sehen:

Wer die Ecke kennt, merkt jetzt, die Wegweiser in die Innenstadt, bzw. nach Schwanheim sind vertauscht worden.
Im August konnte man dem Wegweiser noch trauen.

Ein Zitat aus dem Handbuch Radwegweisung Hessen im Kapitel Qualitätssicherung auf Seite 53:

Alle Radwegweisungsstandorte sind nach erfolgter Montage fotografisch zu dokumentieren. Es hat sich bewährt, GPS verortete Fotos anzufertigen, damit die Lage später einfach nachvollzogen und die Arbeit dokumentiert werden kann. Alle zusätzlichen Arbeiten sind zu erfassen, zu dokumentieren und bei der Ausschreibung zu berücksichtigen.

Was hilft eine Dokumentation, wenn man allem Anschein nach nicht hinein schaut.

Eine Umleitung mal wieder oder doch keine?

Dann folgen wir mal.

Es gab keine Umleitung, man konnte wunderbar fahren und am anderen Ende stand dieses Schild.

Vor ein oder zwei Wochen lag das erste Schild noch herum. Hat das jetzt jemand repariert oder erneut zum Einsatz gebracht? Aber ergibt es irgendeinen Sinn? Was für einen Überblick im Straßenverkehrsamt hat man?

Eine klar verständliche Wegweisung

Auf der Sachsenhäuser Seite der Friedensbrücke war die Überquerung der Stessemannallee obenrum immer nervig. Man musste (mindestens) über drei Ampeln. Rote Linie.

Irgendwann war der Weg (grüne Linie) unter die Brücke durch auch asphaltiert und wird auch vom Radwegnetz Frankfurt z.B. Richtung Uniklinik (Marker 1) genutzt. Aber auch wichtig nach Neu-Isenburg geht es nach links bzw. Osten.
.Der nächste Wegweiser unten vor der Friedensbrücke (Marker 2). Zur Uniklinik geht es nach Westen unter der Brücke durch. Nach Neu Isenburg geht es zurück nach oben Richtung Osten.

Der nächste Wegweiser (Marker 3) nach der Brücke. Zur Uniklinik geht es Richtung Westen hoch. Vom Ufer weg Richtung Westen. Und Neu Isenburg müsste doch nach Osten gehen, aber jetzt soll ich plötzlich nach Westen. Auch hoch vom Ufer weg.

Also wieder hochfahren. Nächster Wegweiser (Marker 4) Uniklinik nach  Westen, Neu-Isenburg nach Osten. Ah ja?!

Ich fahre zur Kreuzung vor. Kein Wegweiser (Marker 5)

Drehen wir uns doch mal links. Wegweiser!? Ich kann sie einwandfrei lesen, weil ich kann ja um die Ecke schauen.

Okay. Mit um die Ecke schauen, geht doch nicht. Ich bin eine genetische Niete. Alle anderen scheinen das zu können. Also gehen wir doch mal auf die andere Seite.

Ein Zitat aus der Verwaltungsvorschrift zur Anlage 3 der StVO Abschnitt 10:

Wegweisung
1I. Die Wegweisung soll den ortsunkundigen Verkehrsteilnehmer über ausreichend leistungsfähige Straßen zügig, sicher und kontinuierlich leiten.

Und was meint der Radroutenplaner Hessen. Ist es wirklich ein drastischer Unterschied ob man an den beiden Punkten startet. Wegweiser 1 und Wegweiser 2.

Ich bin dann mal bei Wegweiser bei (Marker 1) losgefahren (rote Linie) und traf oben kurz vor Frankfurt Luisa (Marker 2) auf eine Beschilderung von einer querenden Straße, die auch nach Neu-Isenburg wies. Also fuhr ich diese Wegweisung in Gegenrichtung ab (grüne Linie). Und man stelle sich vor, wo ich gelandet bin? Der Leser darf nur einmal raten. Am Startpunkt.

Ein Zitat von https://www.radfahren-ffm.de/562-0-Team-Radverkehr-im-ASE.html:

An mehr als einem Dutzend Radrouten hat x y mittlerweile mitgearbeitet. Wenn sinnvoll, legt er Hand an und zeichnet die ideale Route per CAD (Computer Aided Design).

Man könnte jetzt sagen: „Super, zwei Angebote.“ Und ich muss sagen die längere Strecke ist sogar die angenehmere. Aber was hilft das (dem Ortsunkundigem), wenn man an dem einem Wegweiser, den anderen nicht lesen kann und auch nicht klar ist, was angenehmer ist.

Die Sache mit den Kompromissen

Bisschen voll alles!?

Zuerst, der Radwegweiser darf da nicht sein. Mal wieder ein Zitat:

Ein Zitat aus dem Handbuch Radwegweisung Hessen im zum Thema Aufstellung auf Seite 51:

Ausgeschlossene Schilderkombinationen
Die Kombination von Radwegweisern mit den in Abbildung 6-7 aufgeführten StVO-Verkehrszeichen ist generell nicht zulässig. Es gibt jedoch auch weitere Verkehrszeichen, die sich nicht für eine Kombination mit der Radwegweisung eignen.

Auf Seite 70 werden diese Zeichen gelistet:

Gefahrzeichen
• Vorschriftszeichen
o VZ 201 – Andreaskreuz
o VZ 205 – Vorfahrt gewähren
o VZ 206 – Halt, Vorfahrt gewähren
o VZ 208 – Vorrang des Gegenverkehrs
o VZ 350 – Fußgängerüberweg
• Vorfahrt regelnde Richtzeichen
o VZ 301 – Vorfahrt
o VZ 306 – Vorfahrtstraße
o VZ 308 – Vorrang vor dem Gegenverkehr
o VZ 330 – Ortstafel (Vorderseite)
o VZ 331 – Ortstafel (Rückseite)

Deswegen noch einmal das Zitat aus der Stadtverwaltung:

Bei der Positionierung der Schilder sind viele Rahmenbedingungen zu berücksichtigen (Windlast, Schleppkurven von Landwirtschaftliche Fahrzeuge, andere Schilder oder Ampel dürfen nicht verdeckt werden, Baulast des Maststandorts etc…). Das hat in der Tat dazu geführt dass der letztendliche Schilderstandort ein Kompromiss darstellt, und oft nicht da steht, wo es aus Radverkehrsperspektive geplant und gewünscht war.

Indirektes Linksabbiegen oder auch nicht?

 

Also der Wegweiser dürfte da auch gar nicht da sein, weil mit VZ 205 – Vorfahrt gewähren kombiniert.

Aber mich stört etwas anderes an dem Schild. Der verbogene Pfeil Richtung Höchst hat mir lange Rätsel aufgegeben. Zuerst habe ich es für ein verunglücktes Kreiselzeichen gehalten. Aber es gibt keinen Kreisel. Meine 4000 Corona-bedingten Kilometern in Deutschland halfen mir auch nicht auf die Sprünge. Aber eine andere Kreuzung in Frankfurt verhalf mir zu Klarheit.

Man meint indirektes Linksabbiegen. Bloß warum dieses die anderen Pfeile Richtung Bockenheim und Hauptwache nicht verraten, obwohl man genauso nach links über die Kreuzung muss, erschließt sich mir nicht.

Da die Radnetzbeschilderung dem FGSV-Standard entsprechen soll, habe ich bei der FGSV nachgefragt. Indirektes Linksabbiegen ist in dem Standard nicht geregelt. Man verwies mich auf  solche Schilder:

Man kennt in Frankfurt dieses Zeichen sogar.

Ist doch irgendwie eindeutiger?

Fahrzeit 35 Minuten.

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