18. Tag Naumburg – Hainchen 120km

Ein eigenartiger Tag. Ich fahre fast wieder dieselbe Achse durch Mitteldeutschland wie letztes Jahr.

Wieder das monotone Bundesstraßengekloppe wie letztes Jahr?

Von Naumburg geht der Unstrutradweg in meine Richtung. Ich nutze ihn, obwohl ich ihn vor 15 Jahren eher nervig fand. Aber die Führung ist jetzt ganz anders. Deswegen erlebe ich ihn auch ganz anders. Einerseits ganz schön, aber durch den grauen Himmel wird die Landschaft sonderbar fahl.

Irgendwann finde den Unstrutradweg auf Dauer langweilig und verlasse ihn. Dabei stoße ich auf den Unstrut-Werra-Weg. Mir dämmert, dass bin ich alles schon vor x-Jahren schon mal in Gegenrichtung gefahren. Ich erkenne nichts wieder. Aber so wie es aussieht, wurden die Wege stark umgearbeitet. So weit abseits vom Verkehr war ich damals nicht.

Diese Ruhe tut gut. Fand ich letztes Jahr die Landschaft öde, faszinieren mich jetzt die

Hänge an den Talrändern. Merkwürdig karg. Aus den Augenwinkel wahrgenommen, Erinnern sie mich an Küstenabschnitte in Nordeuropa.

Irgendwann merke ich, es ist nicht Mittwoch, sondern Donnerstag. ZEIT Tag. Ich schaffe es nicht an eine ZEIT zu kommen. Dabei wird mir klar, seit dem Grenzübertritt, habe ich keine große nationale Zeitung in den Supermärkten mehr gesehen.

In GB ist das anders. In jedem Supermarkt gibt es einen Stapel Times und Guardian.