18. Tag: Kaamanen – Rávdojohka (113.07km)

Heute ist es wirklich heiß. Das Höhenprofil verspricht auch nichts Gutes. Letztlich muss ich sagen, ich bin selten so angenehm auf 350hm geführt worden wie heute.

Die Landschaft wird mir vertraut. Das Wasser aus den Bächen wird wieder kalt, die Berge in der Ferne kahl. In anderen Worten Norwegen naht. In Karisgasniemi, der Grenzort vor Norwegen, will ich noch einmal einen finnischen Supermarkt inspizieren.

Mich wundert, dass nur norwegische Autos vor dem Markt stehen. Ca. 18 Kilometer weiter gibt es doch einen norwegischen Supermarkt. Ich gehe hinein. Es ist dort billiger als in Norwegen.

Mein anderer Supermarkt hat sich vermutlich bezahlen lassen, dass der nächste Supermarkt 70 km entfernt ist.

Der finnische Supermarkt ist anders als die skandinavischen Supermärkte. Kennt man einen dänischen Supermarkt, dann kennt man auch die schwedischen und norwegischen.

Es gibt zum Beispiel keine frischen Brötchen und Brot zu kaufen. Kuchen schon. Auch finde ich keinen Kartoffelbrei.

Dann geht es über die Grenze. Und wieder schlagartige Veränderungen. Es wird plötzlich Landwirtschaft in Form von Heuwiesen gemacht.

Ich habe mich in Norwegen immer etwas gewundert über die Heuwiesen an der Nordküste. Denn in Nordschweden gibt es eine Landwirtschaftsgrenze („Odlingsgränsen“). Allem Anschein doch eine politisch Gewollte.

Der Asphalt ist auch nicht mehr so plan.

Liebe Norweger, ich musste ja mehrmals ansehen, wie ihr mit schweren Baggern und ihren Ketten auf jungfräulichen Asphalt rumfahrt, um fertig zu bauen. Kein Wunder, dass bei euch auch neuere Straßen immer leicht huckeln.

Am Nachmittag treffe ich zwei Reiseradler. Ich muss sagen, ich mag die verdutzten Gesichter, wenn ich auf die Frage, ich würde doch zum Nordkap wollen oder von dort kommen: „Nein, ich fahr nur so rum.“

Aufgrund meiner deutlich besseren Ortskenntnisse werde ich als Auskunftsbüro benutzt.

Peter, ein Amerikaner, hat sich sein Rad für 400 Euro im Frankfurter Bahnhofsviertel gekauft. Es ist auch noch ein Damenrad. Aber er klagt nicht. Er ist ziemlich zufrieden. Der Zweite von den Beiden ist Sachse, wir lassen uns deswegen über den deutschen Reiseradler-Fahrrad-Hightech-Wahn aus.