2. Tag: Søylevatnet – Bergen – Utkilen (103.32km)

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Am Morgen scheint sich das Wetter nicht an den Wetterbericht zu halten. Es hat die ganze Nacht geregnet und scheint weiter regnen zu wollen.

In Nesttum lerne ich, wie man Geschäfte versteckt. Die Norweger bauen ihre Kaufzentren so, sodass ich als Deutscher verzweifelt den Supermarkt suche, aber nicht finde. Etwas weiter finde ich einen Supermarkt einer mir unbekannten Kette.

Dann gehe ich zu Intersport, um mir Gas zu besorgen. Dort finde ich den Eingang zu erst nicht. Die Straße ein Stück höher entdecke ich eine Passage zur Parallelstraße. Ich gehe in die unscheinbare Tür hinein und finde alles, was ich vorhin gesucht habe. Den vorhin gesuchten Supermarkt, den Eingang des Intersportes und noch viel mehr. Das ist also das beworbene Einkaufzentrum mit den 25 Geschäften. Im Intersport stelle ich fest, genauso wie letztes Jahr keine Mückenschutzmittelkeule.

Die Fahrt nach Bergen und aus Bergen hinaus ist nervtötend. Das Spiel lautet, finde der Radweg an der E39 entlang. Was du für eine Unterführung nimmst, soll ein Glücksspiel sein. Ab und zu stellen wir dir einen Wegweiser hin, auch wenn er keinen Sinn macht.

Ich war in Bergen zur Zeit meines Studiums. Knapp 20 Jahre. Ich habe eine ruhige Stadt in Erinnerung.  Es gab kaum für Räder gesperrte Straßen. Jetzt tobt der Verkehr.

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, damals vor 20 Jahren durfte ich noch mit dem Fahrrad auf der E39 fahren.

Und es wird aus Bergen heraus nicht besser. Alles ist zugebaut. Die Autos fahren dicht an mir vorbei. Die Straßen sind trotz der hohen Verkehrsbelastung einspurig mit Ausweichstellen. Das geht so bis 40km von Bergen entfernt. Das Ganze gepaart mit knackigen Steigungen. Mir graut vor den nächsten Tagen. Mein norwegischer Traum droht sich in Luft aufzulösen.

Doch irgendwann muss ich abbiegen und komme schlagartig in ruhigere Gefilde.

Es handelt sich um eine Weidenlandschaft, die mir gut gefällt. Trotzdem mache ich kaum Photos. Ich merke erst jetzt, wie mich Lappland fasziniert hat. Obwohl ich die Landschaft genieße, mosert mein Unterbewusstsein herum und sucht den hohen Norden.

Die Weiden sind meist abgezäunt. Deswegen bin ich nicht sonderlich wählerisch wegen eines Zeltplatzes und gehe auf eine leicht abgelegene gemähte Wiese.