15. Tag: Lund – Nyrua Sande (92.17km)

Am Morgen wieder das grau in grau. In den ersten Tagen fand ich das noch schön, weil es trotz alledem so etwas wie eine Stimmung ergab.

Aber dann wurde es trist. Auch Norwegen lebt vom Licht.

Auch heute dürfte ich durch ähnliche Landschaften wie gestern gefahren sein. Gestern habe ich jubiliert, heute entlockt es mir nur ein: „Nett, kenn ich schon.“

Zurück zu den Farben. Wenn die Sonne hier durchbricht, dann ist das Wasser nicht blau, sondern smaragdblau. Dieser Neologismus erscheint mir immer noch treffender als türkisblau.

Was mir auch auffällt, ich photographiere in Norwegen keine Häuser.

Die Häuser sind wie in Schweden, aus Holz, aber robuster. Teilweise habe ich den Eindruck, dass in Norwegen versucht wird, das in Holz als Eigenheim zu bauen, was man bei uns mit Stein baut.

Zwei Kuriositäten sind zu berichten. Eine Touristin, die mit dem Handy durch die Windschutzscheibe eine wunderschöne Aussicht auf einen Fjord photographiert.

Staubsaugroboter kenne ich schon. Heute habe ich meinen ersten Rasenmähroboter gesehen. Vielleicht war es aber auch ein entlaufener Staubsaugroboter. Die Besitzerin zeigte sich aber nicht irritiert über den Aufenthaltsort des Robots.

Irgendwann treffe ich ein in Gegenrichtung fahrendes Schweizer Pärchen und stelle fest, dass alleine fahren gewisse Vorteile bietet. Die Entfernung zum nächsten Campingplatz ist für das Pärchen eigentlich nicht zu bewältigen. Der Mann und ich sind uns schnell klar, dass das Duschen auch für diesen Tag flach fällt. Doch seine Freundin ist da ganz anderer Meinung. Ich lasse die beiden in ihrem Disput vertieft zurück.

Ansonsten war es vom Fahren ein sehr angenehmer Tag. Der Wind schob und schob. Obwohl ich wegen der Fähre erst 1 1/2 Stunden später starte als sonst, habe ich um 18:00 Uhr schon die 80 km voll.

Ich belasse es trotzdem bei den geplanten 90-km und erfreue mich eines langen Feierabends.