11. Tag: Kristentøa – Trondheim (101.94km)

Am Morgen stehe ich auf. Meine Magengegend fühlt sich immer noch leicht nach Brechen an. Ansonsten komme ich auch nicht so recht in die Gänge. Es fühlt sich alles so mühselig an.

Das Fahren ist auch nicht besser. Der Schnitt geht unter 10 km/h. Eigentlich habe ich vorsichtshalber zwei Tage Lofoten geplant, denn ich bin ja letztes Jahr so gerast. Dieses Jahr bin ich froh, dass ich die 100 km pro Tag voll bekomme.

An einer Steigung quäle ich mich so, dass ich überlege, in Trondheim einfach in den Flieger zu steigen.

Ein Teil meiner Qual dürfte gewesen sein, dass ich auf 410m hochgezogen werde. 410 ist nicht das Ding. Aber diese 410 Meter wollen durch viele Wellen, bisher ungewöhnlich, erreicht werden.

Ich verstehe nicht, wie das hier mit der Vegetation funktioniert. Mal habe ich schon bei 100 hm Passagen, die stark an Lappland erinnern. Bei 300 hm denke ich an deutsches, grünes, saftiges Mittelgebirge.

Aber es kommt noch viel verrückter. Seit Bergen habe ich kein einziges Feld gesehen.

Bei meinem qualreichen Gipfelschleichen frage ich mich, ob der Ackerbau auf Grund der Importmöglichkeiten nicht lohnt oder ob das Klima schon zu ungeeignet ist. Diese Überlegung anstellend fahre ich den Berg hinab nach Orkdal, und es erscheinen immer mehr Kornfelder. Im Talgrund keine einzige Weide mehr, nur noch Kornfelder.

So geht mein Weg Richtung Trondheim von Kornfeldern begleitet, der wieder Erwarten sehr flach ist. Es scheint eine Rennstrecke der Trondheimer zu sein. Mir kommen massig Leute mit Rad entgegen. Alle sehr sportlich ausstaffiert.

Ich kann mir ein Grinsen nicht vergreifen, denn da wo es bergig war, waren Radfahrer Mangelware.

An einem Supermarkt treffe ich ein Radlerpärchen. Warum kommen mir dieses Jahr die Reiseradler nur entgegen? Was für eine Tücke ist mir bei meinen Planungen entgangen?

Die Kornfelder werden zum Problem. Kein Platz, wo ich mein Zelt aufstellen könnte. Am Stadtrand von Trondheim, fällt die Entscheidung, ich steure einen Campingplatz an der E6 an. Der ist „stengt“, also geschlossen. Der Platz ist aufgegeben. Das Gelände ist aber zugänglich, deswegen erlaube ich mir, dort mein Zelt trotzdem aufzuschlagen.