7. Tag Furuvik – Ljusne 103.10km

Der Tag beginnt leicht gestresst. Gestern Abend war der Mückenpegel noch erträglich. Aber heute? Ich baue fluchtartig mein Zelt ab. 50 Meter weiter hat die Mückenplage ein Ende. In der Rezeption die nächste Hiobsbotschaft. Es soll 37 Grad werden.

Weil die Mücken jetzt schon zum zweiten Mal einen gewissen Nervpegel hatten, beschließe ich mir das so berühmte Djunglolja zu besorgen. Ich bekomme es glücklicher Weise gleich in dem ICA, in dem ich auch mein Essen für den Tag kaufe. Also muss ich nicht zur nächsten lntersportfiliale.

Auf den Titelseiten der Zeitungen prangt die Meldung, die nächsten 13 Tage tropisches Wetter in Schweden. Aber auch Unwettergefahr.

In Gävele bricht die Beschilderung ab. Bisher fand ich mein GPS nur komfortabel, jetzt ist es Gold wert. Doch gebe ich beinahe trotz GPS auf. Warum? Der Weg, den ich mir herausgesucht habe, führt mich vor einen Zaun, dessen Tür geöffnet ist. Diese Tür führt auf ein Fabrikgelände, das noch genutzt wird. Da soll ich rauf? Noch einmal einen Blick auf die Karte. Der eingezeichnete Weg führt hier durch den Zaun. Also wage ich es. Einmal rechts, dann links, so wie mein GPS befiehlt und ich sehe eine weitere Tür im Zaun und das Cykelspåretschild. So wie es den Weg weist, hatte ich recht.

Jetzt wird es wieder ruhiger und der Cykelspåret führt an der Küste entlang. An einem Badplats mache ich Rast. Eine ältere Frau spricht mich an. Ich gebe meine zwei schwedischen Standardsätze von mir. „Jag är tysk. Jag tallar inte svenska.“ Ich bekomme eine schwedische Antwort. Ich glaube es war ein Lob für mein Schwedisch.

Heute gibt es wieder Schotterstraßen. Sie sind so, wie ich es gewohnt bin.

Als ich auf mein GPS schaue, kräht eine Kinderstimme hinter mir:“Hej!“ Ich drehe mich um, und eine kleine Lady winkt mir aus einem Auto zu. Sie wirft mir einen Handkuss zu und verabschiedet sich mit „Hej do!“

Bisher war es schön zu fahren, jetzt kommen wieder Kilometerweise Roadmoviestraßen. Ein langes Asphaltband. Links Wald, rechts Wald. Fast so schlimm wie die englischen Hecken.

Einerseits finde ich, es hat etwas, aber wenn das die nächsten zwei Wochen so weiter geht, dann wird das ein Selbsterfahrungstrip.

Was war mit der Hitze? So lang ich das Meer sah, war es erträglich. Aber je weiter weg ich war, umso heißer wurde es. Ab und zu fror ich im Schatten in der Nähe des Meeres, um 10 Kilometer weiter im Landesinneren in demselben zu schwitzen.

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