5. Tag Sandvicken – Österbybruk 92.05km

Als ich meinen Morgenkaffee trinke, betrachte ich die Verpackung des Kaffes genauer. Das Kleingedruckte ist säuberlich in vier Sprachen aufgedruckt. Die drei skandinavischen Sprachen und finnisch. Bei den skandinavischen Sprachen sind zwei nahezu Deckungsgleich bis auf die Sonderzeichen. Die dritte tanzt aus der Reihe und verwendet andere Wörter.

Die Werbebotschaft steht groß in Englisch auf der Verpackung.

Es geht los. Es geht eine Weile an einem Fluss entlang. Nicht direkt am Ufer sondern immer in Sichtweite. Als ich an einer Bootsanlegestelle photographiere, prescht ein Hund aus dem Wasser auf mich zu. Beschnuppert mich kurz, um dann erst einmal den Hundefellschleudergang einzulegen. Dann wälzt er sich vor mir auf dem Boden. Er gibt erst Ruhe, bis ich ihn unter seiner Hundeschnauze kraule. Noch mal gewälzt, sich direkt neben mir geschüttelt und ab ins Wasser.

Heute verliert sich allmählich der Ferienflair von Schweden. Die Gegend lebte früher von Eisen. Davon sieht man gar nichts. Aber ich sehe immer mehr Spuren, dass Menschen arbeiten.

Dem entsprechend sehe ich typische Gewerbeanlagen, Hinterhöfe usw.

Was mir auffällt ich sehe jetzt auch immer wieder Menschen mit eindeutig nicht schwedischen Wurzeln. Die habe ich letztes Jahr nicht entdeckt. Aber eine Sache fällt mir auch auf. Ich sehe sie auch auf dem Campingplatz. Ich kann mich nicht erinnern so etwas in Deutschland erlebt zu haben.

Die schwedischen Holzhäuser wandeln sich. Es sind keine Ferienhäuser mehr für mich, sondern es werden normale Häuser.

Diese Wandlung findet ihr Ende, als ich an Schwedens größter Papiermühle vorbeifahre. Es riecht schon aus weiter Ferne nach heißem Sägemehl gemischt mit Kunstdünger.

Weil es extrem heiß ist, steure ich jede Kirche an wegen des Wassers. Dabei fällt mir auf, dass es auffallend viele Familiengräber gibt.

Am Nachmittag geht es über Schotterstraßen. Ich habe mich bisher gewundert, warum diese Straßen Schotterstraßen genannt werden. Ich fand den Ausdruck Erdstraße bisher passender. Jetzt verstehe ich, warum Schotterstraße. Es lagen viele nicht eingefahrene Steine auf der Wegoberfläche. Ich hoffe, dass meine bisherige Erfahrung die Norm ist.

Der Cykelspåretführer schreibt, es ginge 40 km durch die Natur. Ich kann dieser Natur nicht viel abgewinnen. Es ist viel Wald und ich fahre an vielen abgeholzten Flächen vorbei.

Als ich auf dem Campingplatz duschen gehen, halten mir zwei kleine Jungs ihre Wasserpistolen unter die Nase und krähen:“Vattenpistoln, vattenpistoln“. So einfach lernt man schwedische Vokabeln.

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