19. Tag Töre – Haparanda – Revonsaari 120.12km

Einer der verrücktesten Tage, die ich auf einer Radreise erlebt habe.Als ich das Zelt einpacke, fängt es leicht zum Regnen an. Da es nicht wie gewohnt aufhört, ziehe ich meine Regenmontur an. Beim Verlassen des Campingplatzes kommt mir ein Mann auf dem Weg zum Duschen nur in Shorts im Regen entgegen. Ich vermute, so wie ich die Norweger kennengelernt habe, ein Norweger. Die Campingplätze in den letzten Tagen sind voll von Norwegern.

Nach einer halben Stunde ziehe ich meine Regenkleidung erleichtert aus. Um mich dann wiederum eineinhalb Stunde später in sie zu zwängen.

Ich kämpfe mich bis hach Kalix bei wechselnden Regenformen, die in der Tendenz nässer werden, durch.

In Kallix wird mal wieder gebaut, der Radweg ist gesperrt und die Beschilderung fehlt. Es ist nicht klar, ob ich direkt auf die E4 muss oder ob es einen parallelen Radweg gibt.

Ich gehe erst einmal im ICA einkaufen. Dort werde ich mit U2 begrüßt und mit Lena verabschiedet. Am Ausgang des ICA peile ich dann die Lage.

Meine Enirokarten verraten mir, dass es einen parallelen Radweg gibt und ich nur zum ICA raus muss, in die Unterführung direkt daneben und schon bin ich wieder auf dem Cycelspåret. Es regnet immer mehr. Ich finde bis Björkfors nichts zum Unterstellen. Von Rast kann keine Rede sein. Nach Björkfors kommt ein 30 kilometerlange Schotterstraße. Meine Laune sinkt auf einen Tiefpunkt.

Aber kurz vor Långträsk entdecke ich eine Schutzhütte mit Ofen. Es ist gemütlich und warm. Ich esse und mache ein Schläfchen.

Als ich dann aufbreche, bricht der Regen wolkenbruchartig los und ich friere. Meine Zähne fangen an zu klappern. Ich gehe in die Schutzhütte zurück und bin eigentlich dazu entschlossen, dort den nächsten Tag abzuwarten und nach Töre zurückzufahren. Ich packe Thermarest und Schlafsack aus und mache es mir gemütlich. Je wärmer es mir wird, desto mehr will ich doch mein Ziel erreichen.

Als es nur noch tröpfelt, beschließe ich, wenn ich noch nach einer Viertelstunde Radfahren immer noch friere, dann gebe ich auf.

Also los. Kaum bin ich eine Minute gefahren, bricht wieder ein Wolkenbruch los. Die nächste Flucht in die Schutzhütte erfolgt.

Mein Beschluss, es reicht, ich bleibe. Wieder gemütlich gemacht. Um es dann wieder doch zu probieren. Es tröpfelt nur, das Treten wärmt mich einigermaßen und ich komme an diesem Tag noch weiter als geplant.

Nach einigen Kilometern bricht aus dem Gebüsch ein Tier, das ich zu erst für einen Esel halte. Dafür ist es zu groß und zu dick. Als es dann über die Straße trabt, ist klar, es war eine Elchkuh. Doch zwei Minuten später sehe ich eine weitere Elchkuh, die von der Wiese in den Wald flüchtet.

Ich frage mich natürlich, ob ich ein besonderer Glückspilz bin.

Ein wenig später sehe ich ein Schild „Älgbana“, was ich spontan als Elchabschießweg übersetzen würde.

Ich habe schon seit einigen Kilometern Hochsitze den Weg säumen gesehen. Jetzt messe ich, wie groß der Abstand zwischen den einzelnen Hochsitzen ist. Ziemlich genau 100 Meter.

Eigentlich wollte ich einen Campingplatz vor Harparanda ansteuern, aber dann entdecke ich eine Campingplatz südlich von Harparanda. Gut dann kann ich morgen noch ein wenig die Stadt ansehen. Dafür muss ich 15 km weiter. Als ich dort ankomme steht dort nur ein riesiger Hotelkomplex. Auch auf Nachfrage ist kein Campingplatz zu finden. Also wieder zurück. 30 Kilometer mehr als geplant.

Harparanda? Hat ein riesigen Ikea und Coop im Stadtzentrum.

Nachtrag: Älgbana ist ein Schießstand für das Training für die Elchjagd. Dort laufen auf einem Band Pappelche am Stand vorbei und man kann üben, den Elch richtig zu treffen.

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