16. Tag Skellefteå – Pietå 96.91

Ich fahre los und gleich am Weg liegt ein ICA. Der Beschluß auf Reis umzusteigen, wird umgesetzt, denn es gibt hier die leckeren indischen Reissaucen, die ich aus England kenne.

Nach 20 Kilometern werde ich auf einer Schotterpiste von einem Wolkenbruch überfallen. Der Regen strömt so, dass die entgegenkommenden Autos erst ab 200 Meter erkennbar werden. Diese Naturgewalt wird bald wieder zu einem Tröpfeln und dann zu Sonnenschein.

Ich versuche mich etwas genauer mit dem Wald auseinanderzusetzen, damit er mich weniger langweilt.

Es tauchen quasi Felderweise auf

  • Birkenwald mit kleinen Bäumen
  • Birkenwald mit großen Bäumen
  • Nadelwald dicht stehend und große Bäume.
  • Nadelwald licht stehend und kleine Bäume.

All das mit wechselnden Anteilen. Dabei habe ich eine Beobachtung gemacht, von der ich nicht weiß, Zufall oder System.

Ich bewege mich zwischen Meereshöhe und ca. 160 Meter Höhe. Mehrmals muss ich auf und abfahren.

Ich bilde mir ein, dass 100 Meter Höhenunterschied einen merkbaren Einfluss auf die Vegetation hat. Auf den „Höhen“ sind deutlich mehr kleine Bäume zu sehen. Auch tauchen dort andeutungsweise Pflanzen auf, die ich aus dem kargen Nordschottland kenne.

Nach Byske geht es eigentlich asphaltiert weiter. Aber die Straße wird neu gebaut. Also 14 km Baustellenschotterpiste. Das Schlimmste, was ich bisher in Schweden gefahren bin.

Danach geht es mit Asphalt weiter und der Wind hilft kräftig.

An einem Tante-Emma-Laden treffe ich ein deutsches Pärchen. Sie sind aus Norwegen geflohen. 7 Grad und die Norweger waren ihn zu mufflig.

Irgendwann tauchen auf den Höhen Wiesen auf, die sehr spröd und karg wirken. Sie entsprechen meiner Erwartung von Norden.

Am Nachmittag zieht es zu und die Autos fahren mit Licht. Beim Photographieren muss ich Werte nehmen, die ich sonst nur morgens in der Früh bei Dämmerung nehmen muss.

Diese Düsternis bedeutet aber kein Unwetter.

Dann geht es hinab nach Pietå. Kurz vor dem Campingplatz habe ich eine Platten. Ein älterer Schwede kommt aus dem Haus und bietet mir Hilfe an. Aber ich bin schon beim Aufpumpen.

Ich muss durch ein Chemieindustriegebiet. Mein GPS meint, hier solle der Campingplatz sein. Ich sehe mich um und kann erst nichts entdecken und es stinkt auch nach Chemie. Plötzlich sehe ich ein Riesenfeld mit Wohnwagen und -mobilen voll gestellt mit Blick auf die Chemieanlagen.

An der Rezeption muss man erst mal sehen, ob es einen Platz für mich gibt. Es ist Donnerstag. Als ich zum Duschen gehe, fallen mir ein paar Wohnmobile auf, die nahezu Reisebusgröße erreichen. Bei einem sind aus der Wand Kabinen auf einen Meter herausgefahren. All diese Boliden haben norwegische Kennzeichen.

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