11. Tag Härnösand – Dockstsa 93.42 km

Es geht los und ich kämpfe mich bergauf aus Härnosänd heraus. Die ersten langen Steigungen der vielen Steigungen dieses Tages. Dafür werde ich belohnt mit wunderbaren Landschaften, mit Blicken auf das Meer, Flüssen und Seen. Kurz und gut ein sehr schöner Tag. Das Wetter ist prächtig. Das Land leuchtet.Vielleicht ist es Zufall. Ich kaufe fast immer in ICAs ein. Die Äpfel werden Richtung Norden immer teurer. Am Anfang der Reise kostete das Kilo 19 Kronen. Jetzt 24 Kronen. Die Zahlen stiegen allmählich an.

Mit Spannung erwarte ich die Brücke in Utansjö. Bei meinen Planungen konnte ich mir nicht an Hand des Kartenmaterials erklären, wie die Fahrräder von der E4 wieder herunter kommen, bevor die E4 wieder eine Autobahn wird. Es geht wunderbar.

E-Straßen in Schweden zu fahren, kann wegen der baulichen Auslegung sehr spannend bis gefährlich sein. Die Autos und LKWs haben keinen Platz zum Ausweichen. Hier auf der Brücke ist der Seitenstreifen breit genug.

Aber auf zwei Sachen sollte man achten. Es ist sehr windig auf der Brücke. Die kleinen Schlenker, weil man sich die Landschaft ansehen will, können zu einem sehr großen Schlenker werden. Die zwei Brückenpfeiler sind zwar nicht besonders breit, aber der Wind wechselt zweimal schlagartig und ziemlich stark seine Wirkung. Das Rad machte einmal einen ziemlichen Satz nach links.

Am Wegesrand gibt es viele Kunst- und Gebrauchskunstläden, wie öfters in Schweden in Tourigebieten. Weil bei es in einem dieser Läden Eis gibt, gehe ich schnurstraks zur Eistruhe und ohne die Gegenstände nur eines Blickes zu würdigen zur Kasse.

Mich empfängt ein Schwall schwedischer Worte. Ich nehme an, die Verkäuferin und vermutlich auch Künstlerin will mich animieren, doch mal einen Blick auf die Dinge zu werfen. Auf mein „Jag är tysk. Tallar du engleska?“ kommt nur noch der Preis des Eises und ich darf gehen. Vor dem Laden stehen einige Keramiken. 50 Euro für 15 cm hohe Figuren, bei denen ich an Vhs-Kreativitätskurs denken muss.

Die letzten 10 Kilometer nach Docksta geht es auf der stark befahrenen E4 entlang. Der Seitenstreifen hat teilweise Platz für zwei Räder nebeneinander. Aber nachdem ich folgendes Überholmanöver gesehen habe, würde ich davon Abstand nehmen. Ein Auto überholt ein Sattelschlepper. Der Laster zieht nach rechts in den Seitenstreifen rein, um vermutlich das Überholen zu entspannen. Wenn man da als Radfahrer im toten Winkel des „Monstrums“ ist, na dann gute Nacht.

In Docksta soll ein Campingplatz sein, deswegen lasse ich den Platz zuvor links liegen. Insbesondere weil er direkt an der E4 liegt. Da ich in Docksta keinen CP finde, fahre ich wieder zurück.

Der Campingplatz gehört zu einem Wanderheim. 60 Kronen. Weil ich letztes Jahr auch auf solch einem Wanderheimcampingplatz so wenig gezahlt habe, wäre es interessant zu wissen, ob eine Gesetzmäßigkeit dahinter steckt. Vielleicht ist heute nur der Lärm der E4 Schuld.

Frage oder Kommentar schreiben

Die E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt. Felder mit * müssen ausgefüllt werden.

*

*