12. Tag: Karlskrona – Hagby (92.46 km)

In Karlskrona gehe ich in einen Maxi ICA. ICA scheint die wichtigste Supermarktkette in Schweden zu sein.

Dieser Maxi ICA ist kein normaler Supermarkt, sondern eine Art Kaufhaus für alles. Lebensmittel dürften den kleinsten Teil ausmachen. Der Markt ist so riesig, dass ich nach 10-15 Regalen immer noch keine Lebensmittel sehe und mich frage, ob es hier überhaupt Lebensmittel gibt. Einige Regale später erahne ich die Lebensmittel. Doch richtig!

In diesem ICA fällt mir beim Selbstbedienungsregal für Brötchen auf, was mir schon die letzten Tage aufgefallen ist, die Schweden nehmen sich gerne die Brötchen mit den Händen heraus. Bisher hatte ich geglaubt, es handle sich um Zufälle. Vor mir liegen zwei Zangen. Ich halte die eine Zange einer älteren Dame neben mir hin. Diese ignoriert diese und greift herzhaft zu.

In Schweden habe ich schon viele Gänseschwärme fliegen sehen. Als wieder einer knapp über mich hinweg fliegt, denke ich an meine Nils Holgersson Lektüre und erwarte, dass mir einige Spottverse zugerufen werden.

Ein wenig weiter habe ich ein sonderbares Erlebnis. Ein Tier, ich würde im Nachhinein auf einen sehr jungen Bieber, Fischotter oder Marder tippen, sitzt verhältnismäßig ruhig am Straßenrand und macht trotz der vielen Autos kein Anstalten zu fliehen. Ich kann es sogar photographieren. Bis mir dämmert, dass das gerade nicht das angemessene Verhalten ist. Dieses Tier verhält sich zu sonderbar. Viel zu zahm. Vielleicht ein verirrtes Haustier?

Als ich überlege, was ich mache, schlägt sich das Tier in die Büsche und verschwindet. Das Tier bewegt sich so tapsig, dass ein sehr junges Tier vermute. Hoffentlich hat es seine Mutter gefunden.

Irgendwann komme ich an einer Erdbeerplantage vorbei. Auf den ersten Blick denke ich an Weinstöcke. Bei genauerem Hinsehen bemerke ich es handelt sich um Erdbeeren. Sie werden hier genauso wie Rebstöcke angebaut.

Ich komme in Kristianopel an. Ich bin auf Grund des Namens gespannt auf diesen Ort. Die Kirche ist schön. Auch hier der Eindruck den ich in Trolle-Lungby hatte. Wieder ein freundlicher Versammlungsort.

Auch die Häuser sind hübsch anzusehen. Wie überall in Schweden. Aber in dieser Konzentration bekommt es etwas Surreales. Insbesondere weil diese Schönheit nicht aufgesetzt und gekünstelt wirkt.

Danach fahre ich durch einen Wald. Am Wegesrand gibt es unzählig viele kleine, kaum merkbare Parkplätze. Dort stellen die Menschen ihre Autos hin und gehen Beeren sammeln.

Dann komme ich durch eine Gegend, die meine Aufmerksamkeit erregt. Über 15 km immer wieder Häuser im Wald versteckt. Sie sind aber nicht so dicht, dass man von einer Siedlung sprechen könnte.

Dazu ist die Landschaft ist bemerkenswert. Felsenfelder, die mit Bäumen bewachsen sind und einen Wald bilden. Dazwischen kleine Weiden, hie und da ein Feld. Durch die Felsen wirkt das Land so spröd, dass ich die Weiden als unnatürlich empfinde. Sie gehören nicht hier her.

Eines wundert mich. Die Architektur der Häuser ändert sich nicht. Es scheint keinen regionalen Stil zu geben.

Vielleicht ist es ein Zufall. Aber die Bodenvegitation in den Wäldern wirkt allmählich nördlicher.

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